Der Irish Red and White Setter

Rassegeschichtlich gesehen ist der Irish Red and White Setter ein Jüngling, wurde er doch erst 1989 von der VCI als eigenständige Rasse anerkannt. Seine Geschichte geht jedoch bis ins 17. Jahrhundert zurück und man nimmt mit Recht an, dass er die ursprünglichere der beiden irischen Setter-Rassen ist. 

Seit jeher steht er im Schatten seines Bruders, des Irish Red Setters. Es war dessen Farbe, die die meisten Menchen mehr ansprach. Das Aus für den Irish Red and White Setter kam beinahe, als sich 1882 der Irish Red Setter Club gründete. Doch immer noch züchteten vereinzelte Liebhaber diesen rot-weißen Schlag. Zu dieser Zeit war der Irish Red and White Setter noch nicht als eigene Rasse anerkannt, Kreuzungen mit dem Irish Red Setter waren deshalb uneingeschränkt erlaubt. 

Erst 1970 wurde unter der Leitung des Irish Kennel Clubs ein Zuchtprogramm ins Leben gerufen, das den Irish Red and White Setter stützen sollte. Schon 1980 wurde der "Irish Red and White Setter Club of Great Britain" gegründet. Diesen Setter sollte nicht das Schicksal ereilen, nur noch als Schauhund gezüchtet zu werden, und so förderte der Verein vor allem die Verwendung und Zuchtausrichtung als Gebrauchshund. In Deutschland sieht man den Irish Redn and White Setter bisher ncoh sehr selten.

Würfe des Irish Red and White Setters sind innerhalb des VDH leider noch rar. Das mag nicht nur den Liebhaber angesichts der Schönheit der Rasse verwundern. Jährlich werden nur zwischen zehn und knapp zwanzig Welpen gemeldet!


(Quelle: Mein gesunder Setter, bede-Verlag, Ruhmannsfelden)

 

Die Entstehung des Setters

Die Urahnen der englischen und irischen Setter waren vermutlich Jagdspaniels, die aus Spanien über Frankreich nach England gelangten - und dies wahrscheinlich schon im 15. Jahrhundert. Die Setter waren die Nachkommen der Stöberhunde. Diese wurden vor allem zur Jagd mit dem Habicht, der sogenannten Beizjagd, eingesetzt. Diese Hunde scheuchten Feder- und Haarwild auf, das sodann von dem Habicht des Jägers geschlagen wurde. Diese Art der Jagd war bei dem Adel des Mittelalters sehr beliebt, brachte jedoch keine hohe Ausbeute!

Effektiver war da schon die Jagd mit Netzen. Hierbei scheuchten die eingesetzten Jagdhunde vor allem das Federvieh nicht mehr auf, sondern zeigten es nur an. Die Jäger näherten sich mit ihren Netzen, in denen die Vögel gefangen wurden. Diese neue Jagdmethode erforderte auch ein neues Jagdverhalten bei den Hunden. Sie durften nun das Wild nicht mehr aufscheuchen, sondern mussten sich ihm langsam nähern und verharren. 

Über die Entwicklung vom Stöberhund zum Vorstehhund gibt es einige Mutmaßungen, leider wenige Fakten. So ist es weitgehend unklar, ob die Änderung des Jagdverhaltens der Hunde einzig darauf beruhte, dass nur geeignete, sprich sich bei Witterung ruhig verhaltende Hunde, zur weiteren Zucht eingesetzt wurden, oder ob andere Hunde eingekreuzt wurden.
Mit dem Einsatz der Schusswaffen kam eine neue Anforderung auf die Hunde zu: Sie mussten schussfest sein.

Wann genau die Trennung von Setter und Spaniel erfolgte, liegt genauso im Unklaren wie der Zeitpunkt der Aufspaltung in die einzelnen Setterrassen. Durch die Abgeschiedenheit und Isolation Irlands waren die irischen Setterschläge als erste gut durchgezüchtet und in Typ und Aussehen recht einheitlich. Die Setter Englands und Schottlands hingegen waren recht uneinheitlich in ihrer Färbung, sie verband vor allem ihr langhaariges Fell und ihre Gebrauchseignung zum Vorstehhung. Heute sind in Deutschland vier Setter-Rassen anerkannt: der Englische Setter, der Gordon Setter, der Irish Setter und der Irisch Red and White Setter.

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